COVID, Lauterbach und, ach, Westernhagen …

Mann, den gibts noch. Und seine ‘Freiheit’. In den Medien und auf Twitter (sorry, keine Links). Wir wollen es kurz machen mit diesem, ehem, angeblichen Hegel Zitat. Einmal hier:

Es ist ein Elend mit diesen angeblichen Zitaten. Sicherlich ist das, was Hegel über Freiheit und Notwendigkeit gesagt hat, bedenkenswert, und auch das, was Engels daraus gemacht hat, ist natürlich nicht dumm. Aber das, was heute von denen gemeint ist, die Hegel diesen Satz unterschieben, hat weder Hegel noch Engels im Sinn gehabt.

Insbesondere detaillierter hier Hegel:

§ 147

“Von der Notwendigkeit pflegt gesagt zu werden, daß sie blind sei,
und zwar insofern mit Recht, als in ihrem Prozeß
der Zweck noch nicht als solcher für sich vorhanden ist.
Der Prozeß der Notwendigkeit beginnt mit der Existenz zerstreuter Umstände,
die einander nichts anzugehen
und keinen Zusammenhang in sich zu haben scheinen.”

Hegel stellt dazu in seinen Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie (TWA Bd.20, S.119) anlässlich der Behandlung Descartes fest:

Es ist das Denken frei für sich, was gelten soll, was anerkannt werden soll;
dies kann es nur durch mein freies Denken in mir,
nur dadurch kann es mir bewährt werden.
Dies hat zugleich den Sinn,
daß dies Denken allgemeines Geschäft,
Prinzip für die Welt und die Individuen ist:
das, was gelten, was festgesetzt sein soll in der Welt,
muss der Mensch durch seine Gedanken einsehen;
was für etwas Festes gelten soll,
muss sich bewähren durch das Denken.

Nach den Erfahrungen der letzten zwei Jahre böte sich dann an die

Prüfung der Vernünftigkeit der Zwecke, die verwirklicht werden im Absoluten Geist

Man kann und sollte nun, wenn man schon kritisch prüft, nicht nur die Wirklichkeit danach prüfen, ob sie denn die vernünftigen Zwecke auch verwirklicht (und wie hier ggfs.Abhilfe geschaffen werden kann), sondern insbesondere auch darauf, ob die Zwecke, die verwirklicht werden, die man selbst vermutlich teilt und für gut befindet, denn auch tatsächlich vernünftig sind und nicht etwa selbst zeitgebundene Mängel beinhalten.

Unbedingt lesenswert in Gänze. Ach ja, Westernhagen lebt noch und damit dieses ganze deutsche Liederunwesen. Ein Emeticum.