SG München Präsidentin Mente, Ihre linguistische Souplesse stolperte über die Funktion eines Kommas

“Let not light see my black and deep desires.”

“All the perfumes of Arabia will not sweeten this little hand.”
Lady Macbeth

Präsidentin Mente,

Über einen opulenten Zeitraum von dreizehn Monaten widmeten Sie sich in beamtentypisch altruistischer Manier der verlässlichen Versorgung der Münchner Staatsanwaltschaft mit Material, das Ihrem provinziellen Empfinden nach den ehrenwerten Gunga Din des Jobcenter München, “Richter” Ehegartner, diskreditiert. Der Schatten der Heimlichkeit bekam Ihnen gut, so dachten Sie.

Come, you spirits
That tend on mortal thoughts, unsex me here,
And fill me from the crown to the toe top-full
Of direst cruelty!

Fein drapiert mit einem Titel der jurisdiktionellen Eitelkeit befruchteten Sie Ihren provinziellen Geist, gaben Sie ihm Inhalt. Als Voralpen Präsidentin dem sozialjustiziellen Ambiente Ihre Expertise gewährend, verliehen Sie Ihrer Diktion linguistische Souplesse an den “sehr geehrten Herr Ltd. Oberstaatsanwalt Kornprobst”.

“Look like the time; bear welcome in your eye,
Your hand, your tongue: look like the innocent flower,
But be the serpent under’t.”

Allein, so dünkt mich, waren Ihnen nicht alle der Zehn Funktionen eines Kommas gewärtig. Das betrübt, wo Sie doch sonst zerebral-hochoktanig in sieben Schreiben die Münchner Staatsanwaltschaft mit Ihrem femininen Fracksausen betörten.

So hegten Sie Ressentiments gegenüber dem Satz “So wird neoliberale Wirtschaftspolitik in einer Demokratie juristisch exekutiert, Roland Freisler.” Sie bitten sich aus in Ihrem Schreiben vom 02.06.2020 an die Staatsanwaltschaft (Exhibit 2 der Akte), “insbesondere Vergleiche mit der NS-Zeit zu unterlassen”. Davvero?

Warum befleissigen Sie sich nicht und konsultieren in Ihrer Einfältigkeit den Philosophen Ludwig Wittgenstein und seine Philosophischen Untersuchungen? Wie oft muss er Ihnen im nacheiszeitlichen Bayern noch mitteilen,

“Wo es einen Sinn gibt, muss es eine vollkommene Ordnung geben – also muss es auch im vagesten Satz eine vollkommene Ordnung geben.

§ 99. Der Sinn eines Satzes – möchte man sagen – kann natürlich dieses oder jenes offen lassen, aber der Satz muss trotzdem einen bestimmten Sinn haben. Ein unbestimmter Sinn – das wäre eigentlich gar kein Sinn”?

Warum nehmen Sie nicht Kenntnis von der Funktion der Interpunktion? Will sagen, ist Ihnen nicht das Komma aufgefallen? Wo lassen Sie denken, Frau Präsidentin?

Und nun ganz langsam für Sie. Der von Ihnen inkriminierend empfundene Satz ist, for fuck’s sake, ein Vokativ! “So wird neoliberale Wirtschaftspolitik in einer Demokratie juristisch exekutiert, Roland Freisler.”

Sie sind nicht in der Lage, den Satz zu verstehen. Die Insinuierung bleibt Ihnen offensichtlich verschlossen. Der Satz bedeutet, dass neoliberale Exportwirtschaft dem kruden Faschismus in einer globalen Wirtschaft überlegen ist. DIESE Person Roland Freisler wird angesprochen und daran erinnert.

Ludwig Wittgenstein in § 421 der Philosophischen Untersuchungen:

“Sieh den Satz als Instrument an, und seinen Sinn als seine Verwendung!

§ 435. Wenn die Frage gestellt wird: “Wie schaffen es Sätze, zu repräsentieren?”, könnte die Antwort lauten: “Weißt du das nicht? Man sieht es doch, wenn man sie benutzt.” Denn nichts ist verborgen.
Wie machen es Sätze?-Weisst du es denn nicht? Es ist ja nichts versteckt.”

Arbeiten Sie an sich, Präsidentin eines Sozialgerichts und kehren Sie auf den Boden des Grundgesetzes zurück.

Di niente