HW Sinn würde am liebsten mit dem irischen Traktor über Eurobonds fahren

H-W Sinn und Georg Soros keulen es aus. Die teutonische FAZ war so gut, Hans-Werner ein wenig Spielraum zu gewähren, und es kommt der bekannte Tenor: Die oder Wir. Also jener Target2 H-W Sinn, der am liebsten im irischen Traktor über deutsche Felder fahren würde, denn die Deutschen haben den Traktor schliesslich bezahlt.

Es ist alles Schwarz-Weiss für Sinn, denn

Selbst wenn Deutschland austräte, hätten die südlichen Länder immer noch ein erhebliches Wettbewerbsproblem im Vergleich zu den anderen verbleibenden nördlichen Ländern, und der Prozess der realen Abwertung durch Austeritätsprogramme bliebe ihnen nicht erspart.

Das ist zwar nirgendwo eine Begründung, aber mein Gott. DE kann Eurobonds nicht akzeptieren wegen des Maastrichter Vertrages (Artikel 125 AEUV). Warum nicht, der ist schon so oft gebrochen worden. Soros ist hinterhältig, denn:

Wenn er dennoch fordert, Deutschland solle zwischen Eurobonds und dem Austritt wählen, dann fordert er faktisch das Ende des Euro.

H-W Sinn’s Weltbild ist rührend einfach: entweder DE ist dabei und dann läuft es oder DE soll raus und es wird eine Katastrophe. Eurobonds sind überhaupt die Garantie, dass unzuverlässliche Südeuropäer voll auf eine Shopping Spree gehen und der deutsche Michel wieder zahlen muss.

 Sie erlaubt den betroffenen Ländern, auf die notwendigen Preis- und Lohnsenkungen zu verzichten, und stärkt den Außenwert des Euro, was das Wettbewerbsproblem verschlimmert.

Unterwegs verliert H-W Sinn etwas die Orientierung, denn man weiss nicht so recht, sind Eurobonds MIT DE vielleicht doch der einzige Weg:

Dessen ungeachtet ist der Vorschlag von Soros, eine Untergruppe der Euroländer möge sich zur Emission eigener Eurobonds zusammenschließen, nicht schlecht. Jedes Land sollte sich frei fühlen, einen Euroraum der zwei Geschwindigkeiten einzuführen, wenn es darin Vorteile sieht. Ob es zur Verbesserung des Ratings der Staatspapiere der lateineuropäischen Länder käme, wenn sie gemeinsam Eurobonds einführen würden, wage ich zu bezweifeln. Ohne Deutschlands Beteiligung werden das Rohrkrepierer.

Überhaupt ist DE nicht Schuld an der Verarmung der südlichen Länder, denn

Soros’ Anschuldigung, Deutschland betreibe eine Austeritätspolitik, ist falsch und unfair. Die Austerität, also der Zwang zum Maßhalten, kommt von den Märkten, nicht von jenen Ländern, die die Mittel zur Minderung der Austerität zur Verfügung stellen.

Und nicht zu vergessen,

Der Euro ist ein zentrales europäisches Integrationsprojekt

So integrierend, dass Soros seine Bedenken mit auf den Weg gibt und dies ist DAS Argument schlechthin, denn es basiert auf Humanität und Toleranz:

There is no escaping the conclusion that current policies are ill-conceived. They do not even serve Germany’s narrow national self-interest, because the results are politically and humanly intolerable; eventually they will not be tolerated. There is a real danger that the euro will destroy the EU and leave Europe seething with resentments and unsettled claims. The danger may not be imminent, but the later it happens the worse the consequences. That is not in Germany’s interest.
Read more at http://www.project-syndicate.org/commentary/soros-versus-sinn–the-german-question#pCjteJL0EZTsZX0O.99

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