Die Huffpo kommt und “Der Journalistenberuf in der Krise”

T. Knüwer bringt die beste Zusammenfassung zu diesem Thema und die Denke in der BR von D.

R. Vossen fragt:

Ist die Huffington Post die Zukunft der Online-Zeitung?

und gibt auch gleich ein paar Dämpfer mit auf den Weg, wo denn die ganzen Blogger her kommen sollen in diesem Land der Dichter und Denker.

Denn im Gegensatz zu den USA ist die deutsche Blogging-Szene ein Dorf – kein TMZ und Perez Hilton, kein TechCrunch, kein Business Insider, kein The Onion…

Man kann sogar noch weiter gehen. Eine fantastische und gleichzeitig unterhaltende Finanz-Website wie Dealbreaker ist in Deutschland absolut undenkbar und würde nie Geldgeber finden. Allein die Finanz- und Business Blogger Szene in den USA und England umfasst Hunderte und Aberhunderte, die jeden FAZ, SZ; Welt, SPON etc etc Artikelschreiber an Wissen und Inhaltstiefe übertreffen.

Die Business Section der Huffpo USA stellt die der SZ, FAZ etc. locker in den Schatten.

Aber völlig deprimiert über den Zustand des Journalismus in den teutonischen Landen ist man, wenn “Journalistenberuf in der Krise” in der FAZ liest. Ein Gespräch mit dem Leiter der Deutschen Journalistenschule, Jörg Sadrozinski:

Ist Journalist kein Traumberuf mehr?

Das würde ich so nicht sagen. Journalist ist nach wie vor ein Traumberuf, weil man mit den unterschiedlichsten Themen und Menschen zu tun hat. … Früher haben wir jedes Jahr 2000 Bewerbungen bekommen, jetzt sind es nur noch 1500. Angesichts von 45 Ausbildungsplätzen ist das aber immer noch komfortabel.

Na dann ist doch alles super cool!

Mit welchen Ambitionen kommen die jungen Leute an Ihre Schule?

Daran hat sich im Lauf der Jahre nicht viel geändert: Die meisten wollen später entweder die Seite 3 einer großen Zeitung vollschreiben, oder für einen Fernseh- oder Radiosender arbeiten.

Jetzt bitte hinsetzen und festhalten, denn

In ihrem Leben spielen Online-Portale eine viel wichtigere Rolle. Aber dort arbeiten wollen sie nicht so gerne.

Das muss man genüsslich auf der Zunge tänzeln lassen angesichts der Tatsache, dass ich seit Jahren keinen Jugendlichen mehr mit einer Zeitung in der Öffentlichkeit gesehen habe. Aber alle fummeln am Smart Phone herum.

Wie viele Jung-Journalisten bekommen noch eine Festanstellung?

Bei uns waren es im letzten Jahrgang rund 30 Prozent.

Aber gemach, denn es gibt ja auch echte Knallerjobs, die dann auch so ganz kirre Kohle bringen.

Gerade erst hat ein bekanntes Magazin einen Reporter gesucht, der mit einem Fotografen von Garmisch nach Sylt reitet und darüber schreibt.

Eigentlich ist die Welt doch so ganz in Ordnung, denn

Zum Lehrplan gehört es zum Beispiel auch, einen Blog einzurichten, also ein Internettagebuch. Eine Schülerin hat darüber gebloggt, wie ihr Opa das Internet für sich entdeckt hat. Darauf wurden Radio- und TV-Sender aufmerksam, sie hat Interviews gegeben, und nun entsteht ein Buch daraus. Das zeigt: Hauptsache, die Idee ist gut. Alles Weitere entwickelt sich dann von selbst.

Ja dann frohes Schaffen, kräftiges Kloppen um die 30% Festjobs und in das Redaktionszimmer den Wortlaut des LEISTUNGSSCHUTZGESTZES hängen.

Best of luck, Huffpo Jörmany. Ze krauts vil luf it.

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