Die Malaise der deutschen Presse mit dem Internet

trad_journalismEs sind harte Zeiten für Lohnschreiberlinge im Zeitalter der binären Intertuben. Um so mehr wenn man aus dem Land der Dichter & Denker stammt, ausstaffiert mit einem TV-Programm, das einer Sau graust, Kochen hie und da, weils nix kost in der Produktion, Historienprogramme, eine 30 Jahre alte Serie, die versweifelt am Ort nach einer Tat sucht … und die ganze Enchilada der deutschen Langeweile.

In diesem Umfeld tut es um so mehr Not mit, jawoll, Anspruch zu kommen, denn man hat schliesslichen Schreiberling, scusi, Journalismus studiert. Hey, und jetzt ist Payday, denn man beleuchtet Dinge so wahnsinnig kritisch!

Es wären nicht pedantische Deutsche, wenn sie nicht so ein Konstrukt , und es hört sich im Englischen noch deutlich bescheuerter an wie:

  • Performance Insurance Fee
  • Accomplishment Guarantee Charge
  • Service Procurement Levy

in die Welt gesetzt hätten: ihre Leistungsschutzgebühr!.

Gott sei Dank gibt es ausserhalb der Bananenrepublik guten Journalismus wie z.B. Felix Salmon von Reuters, der sich zu “Paywalls rise” äussert. MAW also zu etwas, vor dem die deutsche Presse so wahnsinnig Angst hat: endlich einmal den Laden zu schliessen für Schwarzleser und die richtig toll intellektuellen grandios Interessierten zahlen lassen. Sofort wäre die pekuniäre Relevanz ersichtlich und sie würde wahrscheinlich bei deutlich unter 30% der vorherigen Leserschaft herumdümpeln.

So etwas machen tatsächlich Firmen wie Prada, LVMH, Roederer, Porsche … Da gibt es nur etwas gegen Geld. F. Salmons’ Artikel behandelt das Thema in einem Still, der in DE in etlichen Jahren erst aaaaaaaaaaaannnnnnndiskutiert werden wird, denn in DE wird zunächst der Staat zu Hilfe gerufen, wenn’s Business Modell im Arsch ist.

Dabei hat die etablierte Presse bei ihren finanziellen Wertvorstellungen bedauerlicherweise Adam Smith und seine Preistheorie total vergessen. Der Spiegel konstatiert süffisant eine Versagensangst in der Netzgemeinde (man vergesse nicht, dass vor kurzer Zeit das Gerücht umging, Spiegel Online stecke in finanziellen Schwierigkeiten) und hat vielleicht einen möglichen Grund übersehen. Das nämlich die Netzgemeinde erkannt haben könnte, wie es um das Leistungsschutzrecht bestellt ist; es ist nämlich DOA!

Dabei könnte man sich, wie es jenseits des Teichs schon lange üblich wie Gigaom z. B. fragen:

Is the internet making journalism better or worse? Yes

Das Für und Wider erörternd dann schliesslich mit McLuhan zum Konsens (oder auch nicht) zu gelangen:

In its place we are seeing something much more like the stream of content that McLuhan tried to describe,in which everyone can publish and everyone can filter (or not), and stories simply rise and fall and live and die regardless of what a traditional media outlet thinks of them.

Irgendeine Lösung werden die deutsche Presse schon finden (müssen), aber am Ende steht dann noch das zu bedenken:

But all of the paywalls and consultants in the world won’t change the fact that the amount of information freely available on the internet continues to grow very fast, and that the number of people willing to pay for any kind of news online is always going to be a small fraction of the total online news-reading population. As Lacy says, there’s an exciting future for online news — even if the prospects for legacy-burdened newspapers are dim. The paywalls might help with newspapers’ finances. But they’re certainly not going to help make them any more relevant.

Interesting times indeed.

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