Warum Europas Herz immer noch verrottet ist

rottenheartEUGleich vorweg, es geht um dieses Buch, das m.E. das beste zu diesem Thema immer noch ist und nun wieder aufgelegt wurde.

Aus dem WSJ.de:

Vor 17 Jahren sagte Bernard Connolly die Eurokrise voraus. Weil der EU-Spitzenbeamte seine kontroversen Thesen in seinem Buch „The Rotten Heart of Europe” veröffentlichte, verlor er seinen Posten. Dass seine Prophezeiungen eingetreten sind, verschafft ihm keine Genugtuung. Aber daran, dass die EU bereits das Schlimmste überstanden hat und jetzt vor einem neuen Aufschwung steht, glaubt er nicht. Aus seiner Sicht rottet das Herz Europas immer noch vor sich hin.

Die politische Klasse glaube, dass die Krise ihren Höhepunkt im vergangenen Sommer überschritten habe: „Damals bestand aus ihrer Sicht die unmittelbare Gefahr, dass ihr schöner Traum verschwindet”, sagt Connolly. Aber aus der Perspektive „normaler Menschen, Familien, Unternehmen und Volkswirtschaften verschlechtert sich die Lage zusehends”. Die Wirtschaftsleistung der Eurozone ist im vierten Quartal 2012 um 0,9 Prozent zurückgegangen. Im ganzen Jahr fiel das Bruttoinlandsprodukt um 0,5 Prozent.

Dies wird auf Deutschland zukommen:

Laut Connolly gibt es nun zwei direkte Auswege – keiner ist allerdings besonders reizvoll. Entweder Deutschland müsse „jedes Jahr etwa 10 Prozent des BIP” an die Krisenländer zahlen, um sie in der Eurozone zu halten. Oder die wirtschaftliche Lage in Griechenland oder Spanien werde sich so verschlechtern, dass die Wähler ihren Regierungen sagen: „Wir schmeißen euch alle raus”. Dabei denkt er an das Aufkommen von Extremisten wie der „Goldenen Morgenröte” in Griechenland.

Der grösste Knackpunkt (im wahrsten Wortsinn) wird Frankreich sein. In diesem Zusammenhang die jüngste unglückliche Rede von dem deutschen Moral-Schwafler und Bundespräse Gauck, Englisch sollte die Hauptsprache der EU werden. Olala, das kommt nicht gut an in Franzeland. Man sollte auch nicht vergessen, dass die UK viel enger an die USA gebunden sind als an Europa, allein schon historisch.

Zinsbedingt war die Immobilienblase auch viel grösser.

Wie viel größer? „Wenn man die Baubeginne ins Verhältnis zur Gesamtbevölkerung setzt, dann war der Boom in Spanien und Irland drei oder vier Mal so intensiv wie in den USA an der Spitze. Das ist Wahnsinn.” Dieser Geldstrom ließ die Löhne schneller steigen als sich die Produktivität erhöhte. Niedrige Verschuldungskosten führten zu Ausgaben auf Pump. Nach der Panik auf den Finanzmärkten 2008 platzte diese Blase.

Das sind die Aussichten:

Um das zu verhindern, könne Deutschland sich bereit erklären, für eine Transferunion zu zahlen: Entweder in dem Glauben, dass die Transfers nicht dauerhaft sein werden, oder dass die billiger kämen als die Kosten eines Zusammenbruchs des Euro. Aber Connolly warnt, dass wenn einmal ein Transfermechanismus von Deutschland in die Defizitländer installiert ist, sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch Frankreich auf die Empfängerliste komme. Das wäre etwas, dass nicht einmal Berlin leisten wolle – oder könne.

Die deutsche Wiedervereinigung hat den früheren Westteil etwa 5 Prozent des jährlichen BIP gekostet. Ein Ende ist nicht in Sicht. Diese Ausgaben seien politisch durchsetzbar gewesen, sagt Connolly, weil es das gemeinsame Ziel gegeben habe, das Land wieder zu vereinen. Eine Solidarität wie diese existiere nicht für Europa. „Es gibt keinen europäischen Demos. Und man schafft keinen Demos, in dem man ein System errichtet, dass sagt: Wir geben euch Geld, und ihr befolgt dafür die Regeln. Das funktioniert einfach nicht.”

Artikel hier und unbedingt sein Buch lesen mit u.a. haarsträubenden Zitaten deutscher Bundesbänker und Politiker.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s