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Bettelbrief der Deutschen Angestellten Krankenkasse 28/06/2010

Posted by deland in Deutsche Angestellten Krankenkasse.
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Brief v. Juni 2010 zur Erinnerung an monatlichen Zusatzbeitrag. Eine zweimalige Bitte, mir die Emailadresse der DAK Hauptstelle zu geben blieb unbeantwortet.

Deutsche Angestellten Krankenkasse

Rindermarkt 5

80331 München

_______________

Guten Tag Herr Stoek, verehrter DAK CEO Rebscher,

Gestatten Sie mir, werter Herr Kundendienst Provider Herr Stoek, mich vorab zu vergewissern, Sie nicht in einer inopportunen Zeit angetroffen zu haben. Es bräche mir das Herz.

Sie hatten die Freundlichkeit, mir Anfang Juni einen Brief zu senden zum Thema “Wie bettelt man sich in die Liquidität”. Selbstverständlich formulierten Sie es etwas profaner, denn könnte man es von einem Kundendienst anders erwarten? Sie formulierten es bayerisch sedimentär; Sie schnorrten um € 8 pro Monat, ohne irgendeine Extraleistung zu bieten. Grundsätzlich schmeichelt es mir, von der DAK Post zu erhalten, diese jedoch beleidigte meine Intelligenz.

Justament einen Tag nach Erhalt Ihrer Epistel, flatterte in meinen RSS Reader ein Artikel der FTD.de. Zu allem Überfluss noch genau zur ReichsDeutschen Angestellten Krankenkasse, vulgo DAK:

http://www.ftd.de/unternehmen/versicherungen/:agenda-notoperation-bei-der-dak/50123866.html#utm_source=rss2&utm_medium=rss_feed&utm_campaign=/

Glückwunsch zunächst, dass Sie als Chief eines vom Konkurs bedrohten Unternehmens agieren, Herr Schief Iksekjutief Offisser Rebscher. Keine Bange, die DAK wird nicht den Bach runtergehen bei jeder Menge QE und politischer Kungelei. Oder auf Germlish “Mischen Kritikel Entaprise”. “Rebscher gilt zwar als politisch einflussreich, nicht aber als Sanierer. ” Mit anderen Worten, Herr Rebscher, Sie pennen in einer unternehmensbrenzlichen Situation, in der es zu agieren gilt: downsizen.

Stattdessen lassen Sie den Kastendünkel aufblitzen und geben zu bedenken, man sei schliesslich immer schon “eine teuere Kasse” gewesen. Nobel, aber dann führen Sie gefälligst das Unternehmen profitabel und lassen nicht Ihre Dilettanz mit fremder Leute Geld finanzieren.

“Die 17 Mrd. Euro aus dem Gesundheitsfonds haben für die DAK von Anfang an nicht gereicht: 2009 machte die Kasse ein Minus von 223 Mio. Euro.” Bei allem Respekt, werter CEO, Sie müssen ein veritabler Stümper sein, der mit fremdem Geld nicht umzugehen versteht. “835 Servicezentren”, Herr CEO, wir sind im 21. Jahrhundert mit Internet. Sind Sie noch zu retten? Jedes kaufmännisch denkende Unternehmen würde mindestens 600 schliessen.

Stattdessen besitzt Ihre Firma die Dummdreistheit und geht Geld schnorren. D-Land hat 165 KVs, wo Frankreich mit 4 oder 5 blendend über die Runden kommt, und ich habe noch nichts von einem Massensterben dort gehört.

Warum gibt es keine 165 verschiedene Haarshampoos? Simpel, der Markt verlangt danach nicht, es wäre nicht profitabel. Man kann locker 400 Shampoos in die Regale stellen. Der Grossteil würde dann aber im Container landen. So funktioniert Kapitalismus, oder teutonisch Marktwirtschaft.

Herr CEO, das Gesundheitssystem und das gesamte deutsche Sozialsystem sind unbezahlbar. Drei Gründe gibt es dafür, die Sie natürlich nicht interessieren:

1. Demografie

Deutschland und Japan haben die älteste Bevölkerung. Deutschland hat eines nicht, das japanische Postsparsystem, über das sich Japan – noch – ziemlich gut refinanzieren kann. Die deutsche Alterspyramide, gekoppelt mit minimalem Wachstum in Europa, und daran wird sich in Zukunft nichts ändern, machen das Sozialsystem unbezahlbar.

2. das deutsche auf Lohndeflation basierende Exportmodel

Lohndeflation zieht nach sich geringeres Steueraufkommen und schleichende Verarmung der Bevölkerung. Dieses wird zu weiteren Leistungsreduktionen im Sozial/Krankenkassenwesen führen. Bei steigenden Kosten, notabene!

3. EU spezifische Einwanderung von armen und schlecht ausgebildeten Ausländern insbesondere aus Osteuropa.

Diese Lohndumping Population wird weiteren Druck auf das gesamte deutsche Sozialsystem ausüben. Alle Faktoren beeinflussen den seit Jahren stagnierenden Konsum in Deutschland. Dies ist nicht durchhaltbar.

Der demografische Klotz am Bein des Billiglohnlandes D-Land und die Konsequenzen für ein unbezahlbares Sozialsystem im status quo. Angesprochen u.a. hier:

http://fistfulofeuros.net/afoe/economics-and-demography/demographics-and-the-macroeconomic-environment/

4. die Pharma-Maffia

kurze Stichworte: kaum ein Land hat mehr Medikament im Angebot als D-Land; ein Grossteil davon redundant und völlig überflüssig, immens hohe Preise; das antiquierte Apotheken Monopol; Schmierzahlungen der Pharmaindustrie an Politiker, Gremienmitglieder etc; eine Lobby wie kriminelle Drogendealer.

Unternehmensführung heisst Kommunikation, und das insbesondere im 21. Jahrhundert mit dem lästigen Internet. Auf Emails nicht zu antworten, sich hinter einem opulenten Emailformular zu verstecken, wie es die DAK tut,  ist eine lächerliche Form der Arroganz der plumpen Provenienz.

Sie schickten mir ein Schreiben zu, mein werter Herr Stoek, und ich will es selbstverständlich nicht unbeantwortet lassen. Ich tue dies in der mir eigenen Dezidiertheit:

Herr Stoek, die Opportunitätskosten sind negativ.

Gerne höre ich wieder von Ihnen, vorzugsweise freilich per Email, denn die Publizierung gestaltet sich einfacher so. Ich freue mich, meinem altruistischen Auftrag wiederum gerecht geworden zu sein und Ihnen hier weitergeholfen zu haben und verbleibe

Mit besten Grüssen

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